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Wirtschaftlichkeit · Arbeitswelt 3 Minuten Lesezeit

Der 20-fach-Multiplikator

Was eine Person heute leistet

In unserer eigenen Praxis messen wir seit Mai 2026 einen 20-fachen Produktivitäts-Multiplikator. Eine KI-gestützte Person leistet, wofür klassisch ein Team gebraucht wurde. 40- bis 50-fach ist in den nächsten zwölf Monaten absehbar.

Das verändert mehrere Dinge gleichzeitig — die Verteilung der Wertschöpfung, das Profil erfolgreicher Berater und Entwickler und die Kalkulation in der gesamten Branche.

Was Software heute wirklich kostet

Die Kosten verschieben sich klar. Was vor zwei Jahren teuer war, ist heute fast geschenkt. Was wertvoll bleibt, sind menschliche Leistungen:

Kostet fast nichts:

  • Code schreiben
  • Boilerplate und Standardarchitektur
  • Tests und Deployment-Skripte
  • Dokumentation und API-Generierung
  • Routine-Änderungen und Bugfixes

Bleibt wertvoll:

  • Anforderungen verstehen und schärfen
  • Bedien- und Workflow-Konzepte entwerfen
  • Datenschutz und Compliance verantworten
  • Qualität sichern und Audits bestehen
  • Betrieb verantworten und SLAs halten

Daraus folgt eine klare Linie: Wir verdienen an dem, was KI nicht kann. Den Rest schenken wir.

Verlagerung im Systemhaus-Geschäft

Im klassischen Systemhaus-Geschäft verschiebt sich die Wertschöpfung in einem ähnlichen Muster:

KI übernimmt bald vollständig:

  • Backup, Monitoring, Security-Rollout
  • Patch-Management und Updates
  • Sicherheits- und Compliance-Checks
  • Ticket-Triage und Standard-Fixes
  • Reports, Dokumentation, Audit-Vorbereitung

Bleibt beim Menschen:

  • Turnschuh-Administration — Hardware aufstellen, Drucker entstauben
  • Vertrauensgespräche mit der Geschäftsführung
  • Verantwortung und Haftung
  • Krisen-Eskalation und harte Entscheidungen

Das Profil für die KI-Zeit

Alex Karp von Palantir hat es im März 2026 prägnant formuliert: Noch nie war die Gelegenheit für einzelne intelligente Menschen so groß wie heute.

Zwei Wege führen in die Zukunft — handwerkliche Fähigkeiten oder Neurodivergenz. Beide Wege brauchen zwei Schlüssel-Fähigkeiten:

  • Vorstellen können, was möglich ist.
  • Exakt beschreiben können — Specs, die Mensch oder Maschine eindeutig verstehen.

Wer beides mitbringt, kann den Multiplikator nutzen. Der Hebel ist Können, nicht Kapital.

Konsequenzen für die Preisbildung

Was klassisch 30 Tage Aufwand und 30.000 Euro Listenpreis bedeutet, sieht KI-gestützt anders aus:

  • Aufwand — 1 Tag Bau, 3 bis 4 Tage Konzept und Nacharbeit.
  • Listenpreis — rund 9.000 Euro, Bodenpreis 4.000 Euro.
  • Marge — höher als zuvor, weil weniger Aufwand bei gegebenem Preisniveau.
  • Time-to-Live — wenige Tage statt Wochen bis Monate.

Der Kunde spart 21.000 Euro, der Anbieter verdient mehr. Win-Win der KI-Zeit. Wer noch klassisch kalkuliert, wird unterboten.

Das Angebot ist die Demo

Eine direkte Folge: Die Implementierung läuft parallel zum Angebot. Der Kunde sieht das fertige Ergebnis vorab — nicht ein PowerPoint, sondern die laufende Anwendung. Wir liefern Beispiele unserer Plattform-Arbeit bereits mit dem ersten Angebot mit. Wettbewerbsvorteil, den langsamere Anbieter nicht aufholen.

Eigenes Geschäft unter Druck — bewusst so

Bestehende Geschäftsmodelle werden obsolet, auch unsere eigenen. Wir laufen den Wettlauf — KI sauber beherrschen, integrieren, die Vorteile an unsere Kunden weitergeben. Aufgaben sukzessive shiften: intern mit Augenmaß, im Neugeschäft KI-first kompromisslos.

Wer wartet, wird überholt. Wer einsteigt, gestaltet mit.

Thomas Leiber, Technische Leitung der K&K Software AG

Über den Autor

Thomas LeiberTechnische Leitung (CTO)

Verantwortet die Technik der K&K Software AG und betreibt die lokale KI-Installation, mit der das Team täglich arbeitet.

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